Grachtenfahrt mit Kindern
Kinder lieben Boote, und in Amsterdam gibt es davon mehr als genug. Die richtige Grachtenfahrt für Familien ist eine, die nicht zu lang ist, zu einer vernünftigen Uhrzeit fährt und bei der auch die Kinder verstehen, was erzählt wird.
Eine Stunde ist die richtige Länge
Für die meisten Kinder ist eine Stunde auf dem Wasser genau richtig: lang genug für Brücken, Hausboote und Giebel, kurz genug, bevor es langweilig wird. Die drei einstündigen Fahrten passen deshalb am besten. Zwei Stunden in der Kleingruppe oder 135 Minuten beim Dinner sind eher etwas für Erwachsene oder ältere Kinder, die gern still sitzen.
Auf Deutsch versteht es die ganze Familie
Englisch mag für die Eltern kein Problem sein, für Kinder schon. Auf der Deutschen Original-Grachtenfahrt und der Fahrt von Flagship erzählt ein Guide live auf Deutsch, und Kinder können selbst Fragen stellen: warum die Häuser so schmal sind, warum manche schief stehen, und wofür die Haken oben an den Giebeln gut sind. Beide Anbieter laden ausdrücklich zum Fragen ein.
Das Mietboot: Kapitän ist ein Erwachsener
Das Mietboot von Canal Motorboats ist für Familien ein kleines Abenteuer: ein eigenes Boot, eigenes Tempo, Picknick an Bord und keine Fremden. Schwimmwesten für Kinder liegen bereit, und Kissen zum Sitzen sind dabei. Steuern darf aber nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist und nüchtern bleibt. Die Kinder können dafür mit der mitgelieferten Karte den Weg ansagen. Die ~132 € gelten für das ganze Boot mit bis zu acht Personen, als Familie mit zwei Kindern zahlt ihr also rund 33 € pro Kopf für zwei Stunden. Alle Preise im Vergleich stehen im Preis-Ratgeber.
Eine Stunde auf Deutsch für die ganze Familie
Die Deutsche Original-Grachtenfahrt im offenen Elektroboot, ab ~22 € pro Person, kostenlos stornierbar bis 24 Stunden vorher.
Die richtige Uhrzeit
Die Abendfahrt zum Sonnenuntergang ist wunderschön, aber im Sommer liegt der Sonnenuntergang gegen zehn Uhr abends, für kleine Kinder zu spät. Im Frühling, Herbst und Winter ist die Lichterfahrt dagegen früh genug für die ganze Familie. Tagsüber sehen Kinder die Hausboote, Enten und Fahrräder besser, und die Fahrt passt gut zwischen zwei Museen.
Was ihr mitnehmen solltet
- Jacken und Mützen: In den offenen Booten ist es windiger als an Land, auch im Sommer.
- Sonnenschutz: Auf dem Wasser gibt es keinen Schatten, beim Mietboot steht Sonnenschutz sogar auf der Mitbring-Liste.
- Einen Toilettenstopp vorher: Bei unserer Wahl gibt es an Bord keine Toilette.
- Snacks: Bei den einstündigen Fahrten ist Essen nicht dabei. Ins Mietboot dürft ihr eigenes Essen mitbringen.
Kinderwagen und Rollstuhl
Ins Boot kommst du meist über einen schmalen Steg und eine Stufe nach unten, denn die Boote liegen tief im Wasser. Zu Kinderwagen haben wir in den Angeboten nichts gefunden. Frag im Zweifel vorher beim Anbieter nach, ob er an Bord oder am Steg bleiben kann. Für Rollstuhlfahrer sind unsere Wahl, das Dinner und das Mietboot laut Angebot nicht geeignet. Ein Glasboot mit Kinderpreisen und einer rollstuhlgerechten Variante findest du im Ratgeber Glasboot oder kleines Boot.
Welche Fahrt zu welchem Alter passt
Mit Kindern unter zehn eine der beiden einstündigen Fahrten auf Deutsch, tagsüber oder am frühen Abend. Mit älteren Kindern und Lust auf Abenteuer das Mietboot, wenn ein Erwachsener gern steuert. Ob offen oder überdacht besser ist, steht im Ratgeber zum Boot.